Interkultureller Austausch

In Deutschland und Kuba besteht die Herausforderung, junge Menschen für alternative Landwirtschaftsmodelle, wie Organopónicos (Ansatz für urbane Landwirtschaft), zu begeistern. Des Weiteren ist aufgrund des Klimawandels die Ernährungssicherheit auf globaler Ebene gefährdet, sodass für die kommende Generation alternative Strukturen geschaffen werden müssen. Das Projekt und unser Verein Seeds of Friendship haben daher das Ziel, die Begeisterung dafür bei jungen Menschen zu fördern und durch die Zusammenarbeit zwischen Kuba und Deutschland ein gemeinsames Verständnis für klimaresiliente urbane Landwirtschaft zu stärken.

Wir sind als studentische Initiative der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) Anfang 2023 für einen interkulturellen Austausch zu Ernährungssouveränität und urbaner Gemüseproduktion nach Kuba gereist. Am Ende des Aufenthalts waren alle Beteiligten beeindruckt und dankbar für das Erlebte. Das Projekt Seeds of Friendship hat nicht nur praktische Ergebnisse hervorgebracht, wie etwa den Wiederaufbau des Organopónicos der Universidad de Sancti Spíritus „José Martí Pérez“ (UNISS), sondern auch viele neue Freundschaften geschlossen und wertvolle Erfahrungen vermittelt. Uns war es daher wichtig, diesen Austausch mit einer neuen Gruppe junger Menschen fortzuführen: der 2. Generation. 

Durch den interkulturellen Austausch mit der UNISS in Sancti Spíritus und Studierenden aus Eberswalde, soll weiterhin praktisches Wissen vermittelt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit traditionellem Wissen verknüpft und alternative Ansätze zur Ernährungssicherheit erforscht und angewendet werden. Der Schwerpunkt liegt auf einer partizipativen und kooperativen Lernmethoden, die auf die Bedürfnisse und Erfahrungen der Teilnehmenden eingeht und Raum für Bildungskonzepte im Rahmen agrarökologischer Maßnahmen bietet. 

Derzeit werden sowohl eine Reise nach Sancti Spíritus, Kuba für März 2025 geplant (Outgoing) als auch eine Reise der kubanischen Studierenden und ihrer Koordinatorin nach Eberswalde, Deutschland (Incoming). Die Planung dieser Reisen erfolgt weitgehend über Online-Treffen mit der Koordinatorin Kolima Peña Calzada des Projekts an der UNISS. Zusätzlich besteht eine WhatsApp-Gruppe, in der alle Interessierten oder bereits aktiven Studierenden aus Kuba und Deutschland vertreten sind. Hier werden hauptsächlich allgemeine Updates zum Organopónico der UNISS sowie Neuigkeiten aus Eberswalde und Fortschritte des Projekts geteilt.

Besonders wichtig ist es uns, neben den Exkursionen auch Workshops im Sinne eines Peer-to-Peer-Ansatzes zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die HNE-Studierenden des Projekts Workshops zu Themen wie urbane Landwirtschaft, Agrarökologie und Interkulturalität für die kubanischen Studierenden geben und umgekehrt.

Langfristig strebt das Projekt eine Vertiefung und Intensivierung der bestehenden Partnerschaft zwischen UNISS und der HNEE an, um gemeinsam zu einer gerechteren und nachhaltigeren Ernährungssicherheit zu beitragen.