Hier stellen wir euch das Projekt „ConPónico“ vor, welches im Herbst 2024 gestartet wird. Den Auftakt wird eine Crowdfunding-Kampagne machen, mithilfe welcher wir die notwenigen finanziellen Mittel sammeln wollen. Wenn ihr uns dabei unterstützen möchtet, dann bleibt in Kontakt mit uns; hier auf unserer Website, bei Instagram, LinkedIn oder in unserem Telegram-Channel.
Was ist „ConPónico“?
ConPónico setzt sich zusammen aus den Begriffen „Container“ und „Organopónico“ (urbane Gärten in Kuba). Mit unserer Vision von ConPónico wollen wir, inspiriert durch den interkulturellen Austausch in Kuba im Jahr 2023 zwei Projekte starten:
Urbane Landwirtschaft in Eberswalde
1. Zunächst wird ein ConPónico-Prototyp, unter Einbeziehung der Erfahrungen aus Kuba, am Standort Eberswalde entwickelt und erforscht. In dem dabei entstehenden Gemeinschaftsgarten werden Themen der ökologischen Lebensmittelerzeugung zurück in die Stadt und damit in das Bewusstsein der Bevölkerung gebracht. Urbane Landwirtschaft bietet multifunktionale Lösungen zu Ernährung, Klimaschutz, Biodiversität und gesellschaftspolitischen Aspekten. Besonders wichtig ist uns dabei die Umweltbildung, welche in städtischen Gebieten oft fehlt, da der direkte Bezug zur Landwirtschaft verloren gegangen ist. In unserem Eberswalder ConPónico wird im Stile eines „Reallabors für Agrarökologie“ gegärtnert, geforscht, gelernt, entwickelt und sich begegnet. Urbane Landwirtschaft bringt Menschen wieder in Kontakt mit Lebensmittelproduktion und Umwelt, fördert Bewusstsein und Wissen über nachhaltige Praktiken und stärkt so das Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Sie integriert wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte, stärkt lokale Wertschöpfungsketten und fördert die Schließung von Kreisläufen bspw. durch Kompostierung.

ConPónico für Kuba
2. Im Rahmen internationaler Zusammenarbeit, wollen wir eine autarke Lebensmittelproduktion in Kuba unterstützen. Durch Upcycling, effiziente Innengestaltung und technische Ausstattung werden wir Seecontainer zu modularen Landwirtschafts-Baukästen umrüsten, welche aus drei Haupt-Komponenten bestehen:
- Geräte- und Werkzeugkammer
- Verkaufs- und Verarbeitungsraum
- Kühl- und Lagerraum mit autarker Stromversorgung
Nach der Entwicklungs- und Erprobungsphase am Standort Eberswalde, werden die einsatzbereiten ConPónicos nach Kuba verschifft. Unser Team vor Ort wird die Eignung von „ConPónico“ zunächst im Forschungsgarten der Universidad de Sancti Spíritus „José Martí Pérez“ weiter erproben.
Die Projektziele
- Entwicklung und Erprobung eines ConPónico-Prototypen bestehend aus einem Seecontainer als zentralen Arbeits-, Kühl- und Lagerraum mittels Upcycling
- Aufbau eines urbanen Gemeinschaftsgartens nach kubanischem Vorbild (Organóponico) unter Einbindung der lokalen Bevölkerung in Eberswalde (Schulen, Hochschule Eberswalde, Initiativen aus Eberswalde und dem Rofinpark)
- Schaffung eines gemeinschaftlich organisierten, vielfältigen Reallabors zur Erprobung agrarökologischer Maßnahmen und ihren Auswirkungen auf die direkte soziale wie ökologische Umwelt
- Erarbeitung von Workshops und Vermittlung von Wissen zu Themen der Agrarökologie an Schulgruppen und die interessierte Öffentlichkeit in Eberswalde
- Versand und Aufbau zunächst eines, später weiterer ConPónicos nach Kuba in Zusammenarbeit mit unseren Partner*innen vor Ort an der Universität Sancti Spíritus
- Fortlaufende wissenschaftliche Begleitung, Monitoring und Auswertung des Projektes und seiner Ziele
Geplante Maßnahmen
- Ansprache ortsansässiger Schulen und der lokalen Bevölkerung im Rahmen von Infoveranstaltungen (Beteiligungsprozess)
- Konzeptentwicklung des ConPónicos und dem dazugehörigen urbanen Gemeinschaftsgarten in Eberswalde
- Beschaffung, Transport und Inbetriebnahme eines Seecontainers am vorgesehenen Standort in Eberswalde sowie Beschaffung von Arbeitsmaterialien und Geräte
- Entwicklung von (Umwelt-)Bildungsangeboten und Durchführung von Workshops
- Beteiligungsverfahren: Teambuilding, Arbeitsgruppen, und Schaffung einer Organisationsstruktur mit flachen/keinen Hierarchien
- Entwicklung eines wissenschaftlichen Monitoring- und Evaluationssystems sowie einer Open-Source-Datenbank zur Erfassung agrarökologischer Messdaten
Die Zielgruppe am Standort Eberswalde
Lokale Bevölkerung: Aktivierung der Anwohner*innen zur Förderung der Gemeinschaft und des Umweltbewusstseins.
Schulen und Bildungseinrichtungen: Einbindung von Schulen zur Durchführung von Umweltbildungsprojekten und praktischen Unterrichtseinheiten.
Städtische Behörden und Planer: Zusammenarbeit mit lokalen Behörden zur Integration urbaner Landwirtschaft in die Stadtplanung.
Unternehmen und Start-ups: Förderung von Kooperationen mit nachhaltigen Unternehmen für die Entwicklung und Unterstützung innovativer Landwirtschaftsprojekte.
Die Zielgruppe am Standort Kuba
Junge Kubaner*innen mit landwirtschaftlichen Bezug: Förderung der Begeisterung unter jungen Menschen wieder in der Landwirtschaft tätig zu werden
Universitäten und Forschungseinrichtungen: Forschungszusammenarbeit zur kontinuierlichen Messung und Monitoring des Wirkungsgrades sowie Weiterentwicklung agrarökologischer Praktiken
Lokale Bevölkerung: Einbeziehung lokaler Gemeinschaften um Themen der Ernährungssicherheit, Ernährungssouveränität und Umweltbildung in Workshops zu erarbeiten
Der ConPónico Prototyp
Zur Erreichung der Ziele und Verwirklichung der Maßnahmen wird ein ausgemusterter Seecontainer in einem Upcycling-Prozess baukastenartig mit Arbeitsgeräten und Betriebsmitteln bestückt, sodass er die Möglichkeit bietet, einen autarken, urbanen Mikro-Gemüsebaubetrieb aufzubauen. Dieser sogenannte ConPónico beinhaltet neben einer Arbeitsfläche auch einen Verkaufsstand zur Vermarktung direkt vor Ort. Außerdem wird mit Hilfe der Solaranlage autark Strom erzeugt, sodass die Kühlung, Haltbarmachung und Veredelung von Obst und Gemüse ermöglicht wird.
Der ausgestattete Container wird zunächst in Eberswalde aufgestellt. Hier entsteht der Prototyp einer urbanen Kleinfarm, die nach agrarökologischen Prinzipien betrieben wird. Neben den gärtnerischen Tätigkeiten stehen spannende Workshops und Bildungsangebote für Studierende und Schüler:innen zu Themen um das Ernährungssystem im Fokus.
Das Bildungsangebot und Forschung
Bildungsangebote:
- Umweltbildungsfläche mit einem Entdeckungspfad und Lernpostern
- Beete für Schulen / Kitas (regelmäßige Veranstaltungen)
- Lehr-Lern-Veranstaltungen zur Ernährungsbildung (für Kinder, Jugendliche und Erwachsene)
- Veranstaltungen zur Gemeinschaftsbildung
Forschung (Reallabor):
- Integrierte Wetterstation (innerhalb und außerhalb der Fläche)
- Sensoren & Messgeräte
- Einbeziehung der Zivilbevölkerung in die Forschung (z.B. Citizen Science)
- Experimente und Möglichkeit für Forschungsarbeiten von Studierenden und Schüler*innen
Das Netzwerk / Kooperationspartner*innen
- Öffentliche Veranstaltungen: Ernährungssouveränität lokal und global
- Community-Engagement: Einbindung der lokalen Gemeinschaft in die Planung und Umsetzung des Projekts durch partizipative Ansätze. Kooperationen mit NGOs und anderen Initiativen: Aufbau von Partnerschaften mit Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen. Ort der Begegnung von Eberswalde Initiativen
- Transparente Managementstrukturen: Etablierung klarer Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse, um eine effektive Projektumsetzung sicherzustellen.

Finanzierung
Crowdfunding und Spenden: Finanzierung des Projekts durch gemeinschaftliche Unterstützung und private Spenden.
Fördermittel und Zuschüsse: Beantragung von Mitteln bei nationalen und internationalen Organisationen, die nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen (u.a. Stadt Eberswalde, Famtastisch Stiftung, GLS Treuhandstiftung Landwirtschaft)
Social Business Modelle: Entwicklung von Geschäftsmodellen, bei denen Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten (z.B. frische Lebensmittel) das Projekt langfristig finanzieren.
Evaluation
Die Evaluation des Projektes erfolgt mit Hilfe der Phineo-Wirkungstreppe, welche auf der Wirkungslogik von Impact, Output, Outcome und Impact basiert.
Indikatoren für Erfolg: Festlegung von Messgrößen wie Ernteerträge, Anzahl der beteiligten Personen, Bildungsmaßnahmen und Umwelteffekte.
Langfristige Überwachung: Implementierung von Monitoring-Mechanismen, um den Fortschritt zu verfolgen und das Projekt kontinuierlich zu verbessern.

